Nächster Schritt für künftige Mondlandungen
Astrium, Europas führendes Raumfahrtunternehmen, hat vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Auftrag für eine Studie zur Erprobung von künftigen Mond-Landungen bekommen. Ziel ist es, die technologische Machbarkeit einer weichen und zielgenauen robotischen Landung auf dem Mond nachzuweisen.
Astrium hat aufgrund seines enormen Know hows eine hervorragende Ausgangsbasis, um eine derartige Mission vorzubereiten und technisch zu führen. Die Studie hat eine Laufzeit von neun Monaten und ein Volumen in Höhe von knapp von 1 Mio. €. Die Studie schließt ab mit der Festlegung der technischen Anforderungen an ein Landefahrzeug. Der nächste Schritt ist dann der Auftrag über Entwicklung, Bau und Test des Fahrzeugs für die Simulation der Mondlandung auf der Erde.
Die Schwierigkeiten bei einer robotischen Landung liegen insbesondere in einer präzisen und weichen Landung auf der Mondoberfläche. Hierzu werden insbesondere ein autonomes und optisches Navigationssystem benötigt, um die Landung reibungslos und planmäßig durchzuführen sowie ein sehr komplexes Antriebssystem. “Die Technologien für ein solche Landung sind zurzeit nur teilweise vorhanden bzw. müssen neu aufgebaut werden”, sagt Dr. Peter Kyr, Leiter der Studie. Kyr betont, dass Astrium mit der erfolgreichen ATV-Mission und dem Flugdemonstrator PHOENIX über exzellentes Know-How verfüge.
Die erste Phase der Studie soll im Juni beginnen und ist für einen Zeitraum von neun Monaten angesetzt. In einer zweiten Phase werden mit Hilfe des Versuchsträgers Schlüsseltechnologien sowie das System zur Durchführung weicher und zielgenauer Landungen getestet. Bei den geplanten Flugversuchen aus einer Höhe von 1,5 Kilometern sollen triebwerkgestützte Abstiege durchgeführt und Sensoren zur Durchführung weicher Landungen einschließlich Navigation und Hindernisvermeidung getestet werden. Die Erprobung soll in einem Testgebiet in Deutschland erfolgen, dessen genauer Standort im Rahmen dieser Studie festgelegt wird. Das Programm trägt maßgeblich dazu bei, Deutschland als Systemführer bei zukünftigen europäischen Mondlandemissionen zu positionieren. Ein erster Flugversuch des Demonstrators könnte bereits 2012 stattfinden. Die Realisierung eines Lander Demonstrators ist ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung europäischer Mondlandefähigkeiten.
„Die Entscheidung, Astrium mit der Durchführung dieser Studie zu betrauen, bestätigt unsere Kompetenz und Erfahrung auf diesem Gebiet. Mit der beabsichtigten Flugerprobung eines Mondlandegerätes auf der Erde wird Deutschland eine führende Position für künftige nationale und europäische Mondmissionen einnehmen sowie Europa zu einem gleichwertigen Partner in internationalen Kooperationen machen. Astrium spielt hierbei eine wesentliche Rolle”, sagt Dr. Michael Menking, Senior Vice-President und Leiter Orbitale Systeme und Exploration.
Darüber hinaus arbeitet Astrium gemeinsam mit dem DLR Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen am Bau einer Anlage zur Simulation von Mond- und Marslandungen und ist an einer ESA-Studie zur Entwicklung eines Landessystems beteiligt. Durch im wesentlichen mit eigenen Mittel finanzierte Forschungstätigkeit und Entwicklung von Technologien zur Durchführung weicher und zielgenauer Landungen ist Astrium heute in Europa führend auf diesem Gebiet.
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