Recaro: Kampf um jedes Kilo

Der Flugzeugsitzhersteller Recaro Aircraft Seating (Schwäbisch Hall) profitiert vom zunehmenden Wettbewerbsdruck der Airlines dieser Welt. Weil leichtere Sitze den Flugbetrieb wirtschaftlicher machen, konnte Recaro im Jahr 2007 den Umsatz zweistellig auf rund 250 Mio Euro schrauben.

Axel Kahsnitz setzt Fluggesellschaften wie Lufthansa, Emirates oder American Airlines erfolgreich auf Diät. „Zwischen 2003 und 2008 gab es massive Preissteigerungen beim Flugbenzin. Dabei hatten die Kerosinkosten zwischen 2006 und 2007 eine absatzfördernde Wirkung auf unser Geschäft”, erklärt der CEO von Recaro Aircraft Seating. „Die Airlines waren besonders um Gewichtsreduktionen in ihren Flotten bemüht und daher sehr an unseren leichten Sitzen interessiert” ergänzt Kahsnitz mit Blick auf Recaros Weltmarktanteil – er liegt bei knapp 20 Prozent.

Allerdings versetzte das weiter steigende Preisniveau im Jahr 2008 – mit mehr als 100 US-Dollar pro Barrel Öl – viele Airlines in eine zunehmend schwierige Lage. „Sie haben mit drastischen Flotten- und Kapazitätsreduzierungen sowie Entlassungen reagiert”, so Kahsnitz. Zwar entspannt sich die Kostensituation für die Airlines durch fallende Flugbenzinpreise seit September 2008 etwas. Allerdings verzeichnen die Fluggesellschaften nun massive Gewinneinbrüche durch die sich abzeichnende weltweite Rezession. „Viele Unternehmen reduzieren ihre Reisekosten, dadurch gehen die Passagierzahlen vor allem im Langstreckensegment der Business Class stark zurück. Speziell Fluggesellschaften in den USA leiden darunter”, konstatiert der Manager an der Spitze der schwäbischen Passagiersitz-Spezialisten. „In der Folge stornieren sie Neuflugzeugprogramme und verschieben geplante Umrüstungen bestehender Flotten.”

Trotz der kritischen Situation sind die Auftragsbücher von Recaro Aircraft Seating für 2009 gut gefüllt: Stornierungen amerikanischer Airlines werden von Fluggesellschaften aus den Wachstumsmärkten Naher Osten und Asien kompensiert. Kahsnitz: „Für 2008 planen wir ein Umsatzniveau in Höhe von 240 Mio Euro. Wir gehen davon aus, dass wir es auch 2009 halten können.”

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