Recaro: Lean Production trägt Früchte
Im März 2009 erzielte Recaro Aircraft Seating einen Rekord: 5.030 Sitzplätze für Flugpassagiere haben die Mitarbeiter in Schwäbisch Hall gefertigt. „Das sind so viele wie noch nie“, freut sich Dr. Mark Hiller, als Geschäftsführer von Recaro Aircraft Seating zuständig für die Bereiche Einkauf, Produktion und Qualität. Bereits Ende März 2009 verzeichnete Recaro eine weitere Bestleistung: Alle 154 Lieferungen an Airbus waren zu 100 Prozent „in time“. Im April dann folgte die Punktlandung bei Boeing: Alle 58 Lieferungen sind pünktlich an ihrem Bestimmungsort angelangt.
„Unser umfangreiches Optimierungsprogramm in der Produktion zeigt große Wirkung“, berichtet der Geschäftsführer. Bereits 2007 führte sein Team ein Maßnahmenpaket ein: „Dabei haben sich vor allem unsere Kaizen-Workshops als sehr wertvoll erwiesen – zeigen sie uns doch, dass es immer und überall Optimierungspotenzial gibt“, erklärt Hiller. Insgesamt 24 Workshops haben sie im vergangenen Jahr abgehalten, daraus resultierten 172 Verbesserungsaktionen. So wurde beispielsweise in der Endmontage eine neue Versandlinie aufgebaut, um den Transport- und Verpackungsprozess sicherer, einfacher und schneller zu gestalten. „Die gesamten Investitionen in Höhe von mehr als 500.000 Euro haben sich gelohnt“, bilanziert Hiller. „Die Qualität hat sich weiter verbessert und wir konnten die Fertigungskosten von 2007 bis heute um 30 Prozent reduzieren.“
Aufgrund der Termintreue nahm Airbus das Unternehmen in den exklusiven Kreis der Just-in-Sequence-Zulieferer für die A320-Familie auf: Von den Werken in Schwäbisch Hall und in Swiebodzin, Polen, liefert Recaro Aircraft Seating die Sitze nicht nur „just in time“ aus der Endmontage an, sondern bereits in der finalen Einbaureihenfolge. Zudem bescheinigte Boeing Recaro innerhalb der jüngsten Lieferantenbewertung Anfang des Jahres „eine der geringsten Fehlerraten in der Industrie“ – und zeichnete den Sitzhersteller im Ranking mit Gold aus. In die Boeing-Bewertung fließen dabei Kriterien wie zum Beispiel Pünktlichkeit, Qualität und Risiko mit ein. „Zum einen ist diese Beurteilung für uns als Unternehmen sehr wichtig, da sie die Kaufentscheidung der Airlines stark beeinflusst“, so Hiller. „Zum anderen ist es eine sehr schöne Erfolgsgeschichte, zu der viele Abteilungen im Hause beigetragen haben.“
„Wir werden auch weiterhin konsequent nach Möglichkeiten suchen, Fehler zu vermeiden, Abläufe zu harmonisieren, und Kosten zu reduzieren“, verspricht Mark Hiller. Um dies zu erreichen, wird eng mit den Lieferanten zusammengearbeitet: „Wir stellen hohe Anforderungen an unsere Zulieferer“, erzählt Hiller. Im März 2009 waren beim Global Supplier Day von Recaro 40 Lieferanten aus fünf Nationen in Schwäbisch Hall zu Gast. Im Fokus standen die Liefertreue, die Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität sowie Kostenreduzierung. „Unser Ziel ist es, exzellente Leistungen zusammen mit unseren Lieferanten zu erbringen – und zwar entlang der kompletten Recaro-Lieferkette, angefangen beim Simultaneous Engineering über die Produktion bis hin zum Ersatzteilbereich“, erklärt der Geschäftsführer. „Vor den zu erwartenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Recaro wird unsere Lean-Manufacturing- Initiative auch weiter an Bedeutung gewinnen.“
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